
Die Bavariabuche bei Pondorf galt als einer der schönsten Bäume Deutschlands. 500 bis 900 Jahre alt ist dieser „grüne Patriarch“ und damit möglicherweise ebenso alt wie der Ort Pondorf, der 1037 erstmals urkundlich erwähnt wird.
Der Name „Bavariabuche“ ist seit Generationen überliefert, die Herkunft dieser Bezeichnung aber nicht bekannt. Als Einzelbaum mit der seltenen Form eines Steinpilzes beherrscht das betagte Prachtexemplar die Landschaft, die von Getreide- und Maisfeldern sowie Hopfenpflanzungen geprägt wird.
Während Buchen sonst – als gesellige Schattenbäume im Waldverband – auf schlankem Stamm nur einen kleinen Wipfel tragen, hat die allseitig belichtete Bavariabuche eine weitausladende, tief herunterreichende Krone entwickelt, die eine Fläche von 600 Quadratmetern überschattet und einen Rauminhalt von rund 5000 Kubikmetern hat; das wundervolle Blattmosaik der Buche nutzt jeden Lichtstrahl aus, so daß unter dem Blätterdach oft nur 1/50 des Sonnenlichts ankommt. Kerngesund hat der Baum über Jahrhunderte dem rauen Klima der Jurahochfläche getrotzt, wenngleich die Stürme nicht spurlos an ihm vorübergegangen sind. Doch nicht nur die Natur, sondern auch der Mensch hatte Erbarmen mit dem grünen Riesen und ließ ihn seit Jahrhunderten unangetastet, obwohl Buchenholz gerade bei unseren Vorfahren sehr begehrt war. Die Asche der Buche diente ihnen als Waschpulver, durch Erhitzen unter Luftabschluß gewann man aus Buchenholz Holzkohle, Holzessig und Holzteer. Sogar das Wort „Buch“ leitet sich von „Buche“ her, denn es bezeichnete ursprünglich zusammengeheftete Buchenholztäfelchen, auf die man schrieb.
Heute jedoch neigt sich das Leben der Bavaria-Buche langsam dem Ende entgegen. Seit einiger Zeit brechen Äste und Stammteile ab. Außerdem wurde der Baum von einem Brandkrustenpilz befallen, der den Zusammenbruch des gesamten Baumes bewirken wird. Nach gewissenhafter Prüfung des Baumzustandes entschied man sich für das natürliche Sterben des Baumes: Damit akzeptiert man sein allmähliches Vergehen im Ökokreislauf. Als Schutzzone um die Bavaria-Buche wurde eine großflächige Einzäunung angebracht.
Seit 1999 wurden Bucheckern der Bavaria-Buche gesammelt, ausgesät und aufgezogen. Für die Nachkommen dieses symbolträchtigen Baumes konnten Patenschaften übernommen werden. Mit Hilfe des heute abgeschlossenen Projekts „Kinder der Bavaria-Buche“ wurden verschiedene Maßnahmen und Projekte des Naturschutzes und der Umweltbildung im Landkreis Eichstätt unterstützt.

