Der Bronzekrieger von Manching. Restaurierung und Analyse einer keltischen Kriegerstatuette.

Vortrag von Dr. Stefanie Berg und Dipl.-Rest. Thomas Stöckl (BLfD)

Datum: 15.07.26

Zeit: 18:00 bis 19:30 Uhr

Der Bronzekrieger von Manching. Restaurierung und Analyse einer keltischen Kriegerstatuette.

Vortrag von Dr. Stefanie Berg und Dipl.-Rest. Thomas Stöckl (Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege)

Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege (BLfD) hat ein umfassendes Konzept zum Umgang mit archäologischen Funden – den sogenannten beweglichen Bodendenkmälern – entwickelt. Dieses legt Ziele, Umfang und Methoden für die Erfassung und Erhaltung aller Funde fest, um sie in einen stabilen, langfristig lagerfähigen Zustand zu überführen und so das kulturelle Erbe Bayerns nachhaltig zu schützen.

 Bei den archäologischen Ausgrabungen in der keltischen Siedlung von Manching in den Jahren 2022 bis 2024 stellte insbesondere die große Menge an Metallfunden eine Herausforderung dar. Sämtliche Funde wurden vor der Reinigung und Konservierung mittels Röntgenprospektion erfasst und untersucht – allein 15.268 Metallfragmente sowie weitere Fundgattungen wurden in der Münchner Zentrale des BLfD geröntgt. Vom »Makrokosmos« des konservatorischen Umgangs mit umfangreichen Fundkomplexen führt der Vortrag in den »Mikrokosmos« der unter Korrosionskrusten verborgenen Informationen – exemplarisch am spektakulären Fund einer bronzenen Statuette. 

Das Oppidum von Manching ist für bemerkenswerte Menschendarstellungen bekannt, die jedoch meist als Lesefunde ohne gesicherten Kontext vorliegen. Die kleine Kriegerstatuette hingegen wurde in Originallage am Ende eines längeren Grabensystems geborgen, das möglicherweise eine Parzellengrenze oder den Begleitgraben einer Straße markierte. Stilistisch lässt sich die Figur in die Mitte des 2. Jahrhundert v. Chr. einordnen, und auch der archäologische Befund gehört in diese Zeit, d. h. an den Übergang von der mittleren zur späten Latènezeit. 

Im Vergleich mit bekannten Krieger- und Menschendarstellungen von Fundplätzen nördlich der Alpen wird deutlich, dass der Bronzekrieger eine besondere Qualität aufweist. Die Statuette nimmt eine besondere Stellung aufgrund der verwendeten Technik und stilistischer Feinheit unter den bislang bekannten Beispielen keltischer Bronzekleinplastik ein. Durch Röntgenuntersuchungen, instrumentelle Metallanalysen, technologische Studien und die partielle Freilegung der originalen Oberfläche konnten neue Erkenntnisse über Herstellungstechnik, funktionale Nutzung und Erhaltungszustand gewonnen werden, die zur Rekonstruktion der ursprünglichen Erscheinung und zur Bedeutung dieser außergewöhnlichen Figur beitragen.

Die Dauerausstellung des kelten römer museums ist bis zum Beginn des Vortrags geöffnet. Eine Anmeldung zur kostenfreien Veranstaltung ist nicht erforderlich. 


Kartenbestellung Info: 08459 32373-0 Veranstaltungsseite Plakat zum Vortrag

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